Sets’Na – Im Augenblicke I (2018)

für Violine und Klavier

Dauer: ca. 5 Min.
Uraufgeführt am 03.07.2018 im Christophorussaal der Unser Lieben Frauen Kirche Bremen

Violine: Seiko Kusafuka
Klavier: Daichi Hisada

Sets’Na (刹那 , jap. „Augenblick“ bzw. „augenblicklich“) ist eine Zeitmaßeinheit aus Sanskrit, welche eine 1/75 Sek. währt. Gehoben wird es im Japanischen oft verwendet: „Ein augenblickliches Vergnügen“ oder „In dem Augenblick, wo das Feuer ausbrach“.

Was macht übrigens einen Japaner – oder ganz reduziert – einen Asiaten aus? Schlitzäugig, gelbhäutig – so wie Amerikaner uns irgendwann „Yellow Monkeys“ nannten, klein in allen Teilen…, oder extrem höflich, pünktlich, sklavisch – was unser Arbeitsumfeld angeht, darüberhinaus verschloßen und oberflächlich… Es ist teilweise richtig. Ich schimpfe mich ja selbst als „een janz kleen’ waschechten Asiaten“, weil ich nichts anderes als der oben beschriebene Asiate bin.

Arnold Schönberg erwähnte in seinem Buch „Stil und Gedanke“ wie folgt: „…wenn es Japan gelungen wäre, England, Amerika und schließlich auch Deutschland zu besiegen. Hat doch Japans musikalische Denkweise nicht die leiseste Ähnlichkeit mit der unsrigen! Ihre Skalen sind nicht das Resultat harmonischen Denkens, oder wenn doch, so ist es nicht das unsere. Freunde ostasiatischer Musik behaupten, deren Monodien seien fähig, jede Schattierung menschlicher Gefühle auszudrücken. Das mag wohl wahr sein, aber dem europäischen Ohr klingt es – wie soll man sagen? – anders!…“

Dank – oder besser „wegen“ – der heutigen „Multi-Kulti-Masche“ ist die Nationalität kaum erkennbar – wobei jegliche Ethnie noch – oder für alle Ewigkeiten – eine wesentliche Rolle spielen wird. Als einer von denen, die hier in Deutschland – in einem Gastland – leben, versuche ich ja, mich gut zu benehmen und hier einzuleben – was für mich völlig normal ist. Jedoch tun mir immer wieder Konflikte jeglicher Art so schrecklich weh. Wozu denn all die Streitigkeiten? Was ist „der Stolz der Nation“ überhaupt? Sind wir nach all den Jahren wirklich „toleranter“ geworden? All das engt mich ein – wie würde ich mich als ein Mensch je ausdrücken können?

– Möge uns die Musik helfen?

Wie dem auch sei: Das Leben ist zu kurz für den Augenblick.